Öl auf Leinwand (80 x 60cm) 2025
„Om Tryambakam“ ist der Beginn des Maha Mrityunjaya Mantra – eines der ältesten Gebete des Hinduismus, gerichtet an Shiva, den Dreiäugigen, den Herrn über Leben und Tod. Das Mantra verdrängt den Tod nicht. Es bittet um Befreiung aus ihm: vom Sterblichen hin zum Unsterblichen, wie ein reifer Kürbis, der sich vom Stengel löst.
Dieses Gemälde zeigt eine Leichenverbrennung in Varanasi am Ufer des Ganges. In Varanasi stirbt man, wenn man Glück hat – das ist kein zynischer Satz, sondern Theologie. Wer hier stirbt, empfängt nach hinduistischem Glauben aus Shivas Mund das befreiende Mantra. Die Kremation am Fluss ist deshalb kein trauriges Ritual, sondern ein Übergang. Die Ghats von Manikarnika brennen seit Jahrhunderten, Tag und Nacht, ohne Unterbrechung.
Im Gemälde steigt Rauch aus der Glut auf und löst sich in der Dunkelheit auf. Formen verschwimmen, Konturen werden zu Atmosphäre. Nicht die Verbrennung selbst ist das Thema, sondern das, was danach bleibt: die Stille, das Licht im Rauch, das Gefühl eines Raumes, in dem etwas gerade seine Form verloren hat – und darin eine eigene Würde trägt.
Om Tryambakam hält die Spannung zwischen Feuer und Frieden. Das Bild erinnert daran, dass alles Formgewordene wieder Form verliert – und dass in dieser Auflösung kein Ende liegt, sondern ein Weitergehen.
Das Werk ist Öl auf Leinwand, 80 × 60 cm, Hochformat, entstanden 2025.


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